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20.10.2026

Kantonale Wahlen 2026

Pro Natura Freiburg legt Ihnen eine Wahlempfehlung vor, die auf einem Fragebogen an alle Kandidierenden beruht.

Unsere Wahlempfehlung zeigt Ihnen, wie die Kandidierenden nach dem Stellenwert eingestuft wurden, den sie der Natur in ihrer politischen Arbeit einräumen. Sie finden diese Rangliste im Dokument zum Herunterladen unten auf der Seite. Sie wurde zudem als Beilage in Freiburger Zeitungen veröffentlicht.

Die Wahlempfehlung basiert auf einem Fragebogen, den wir allen Kandidierenden zugestellt haben. Weiter unten erläutern wir das Vorgehen und die gestellten Fragen.

Die detaillierten Antworten aller Kandidierenden, die den Fragebogen ausgefüllt haben, finden Sie ebenfalls im Dokument, das Sie weiter unten herunterladen können.

Pro Natura Freiburg lädt die Wählenden zudem ein, über diese Empfehlung hinaus das gesamte Umweltengagement der Kandidierenden zu berücksichtigen, in der Politik wie in Vereinen.

Methodik
  1. Versand des Fragebogens. Am 11. September 2026 schickte Pro Natura Freiburg allen politischen Parteien einen Fragebogen mit 22 Fragen zu. Dieser diente als Grundlage für die Wahlempfehlungen zu den kantonalen Wahlen vom 8. November 2026. Die Antwortfrist lief ursprünglich am 20. September um Mitternacht ab.
  2. Erinnerungen und Fristverlängerung. Nach zwei Erinnerungs-E-Mails wurde die Antwortfrist bis zum 21. September 2026 um 17.00 Uhr verlängert.
  3. Zusammensetzung des ausgewerteten Fragebogens. Aufgrund eines Übersetzungsfehlers musste eine der ursprünglichen Fragen von der Auswertung ausgeschlossen werden. Der ausgewertete Fragebogen umfasste somit 21 Fragen: 20 geschlossene Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten («Ja», «Eher ja», «Eher nein» und «Nein») und eine offene Frage.
  4. Bewertung der Antworten. Für jede der 20 geschlossenen Fragen vergab Pro Natura Freiburg 0 bis 3 Punkte, je nachdem, wie gut die Antwort der kandidierenden Person mit der von der Organisation erwarteten übereinstimmte.
  5. Berechnung der Ergebnisse. Anhand der vergebenen Punkte wurde für jede kandidierende Person, die den Fragebogen beantwortet hatte, ein Gesamtergebnis in Prozent berechnet.
  6. Formen der Wahlempfehlungen und der Kommunikation. Für die Darstellung der Ergebnisse wurden drei Varianten festgelegt:
  • Staatsrat: Veröffentlichung der Ergebnisse sämtlicher Kandidierender, die den Fragebogen beantwortet haben, unabhängig vom erreichten Ergebnis.
  • Grosser Rat: Veröffentlichung der Ergebnisse der Kandidierenden, die den Fragebogen beantwortet und mindestens 90% erreicht haben, aufgeschlüsselt nach Wahlkreis. Ab diesem Schwellenwert gilt die Übereinstimmung mit den Positionen von Pro Natura Freiburg als ausreichend.
  • Politische Parteien: Veröffentlichung des Medianwerts jeder Partei, die den Fragebogen beantwortet hat. Um die Repräsentativität auf kantonaler Ebene zu gewährleisten, wurden nur Parteien berücksichtigt, die im kantonalen Parteienregister eingetragen sind.

     

Fragen

Frage Nr. 1: Soll sich der Kanton Freiburg im Einklang mit dem Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal dazu verpflichten, mindestens 30% seiner Fläche unter Schutz zu stellen und insbesondere seine ökologische Infrastruktur zu stärken?

Frage Nr. 2: Wenn Sie gewählt werden, welches wäre Ihr wichtigstes Anliegen im Umweltbereich?

Frage Nr. 3: Soll der Kanton Freiburg im Rahmen der neuen kantonalen Windenergieplanung die Ausschlusskriterien verschärfen (z. B. durch den Ausschluss von Vogelzugkorridoren), um dem Schutz der Biodiversität besser Rechnung zu tragen?

Frage Nr. 4: Befürworten Sie die Einrichtung von Wildruhezonen im (Freiburger) Mittelland?

Frage Nr. 5: Sollte der Kanton Freiburg mehr gegen die Lichtverschmutzung unternehmen (beispielsweise durch die Einführung verbindlicher Raumplanungsinstrumente)?

Frage Nr. 6: Unterstützen Sie die Planung neuer Tourismusgebiete in den Freiburger Voralpen, wenn dort das Vorkommen geschützter Arten nachgewiesen wurde?

Frage Nr. 7: Soll der Kanton Freiburg die ökologischen Anforderungen an die Landwirtschaft verschärfen (beispielsweise durch die Erhöhung des Anteils an Biodiversitätsförderflächen oder durch die Forderung nach einer grösseren Vielfalt an Massnahmen)?

Frage Nr. 8: Sollte der Kanton Freiburg den Schutz der Grossraubtiere (Wolf und Luchs) stärker gewichten?

Frage Nr. 9: Sollte der Kanton Freiburg mehr finanzielle Mittel einsetzen, um die ökologische Revitalisierung der Fliessgewässer und der Seeufer zu beschleunigen?

Frage Nr. 10: Im Kanton Freiburg sind nur 5 % des Waldes als Waldschutzgebiete ausgeschieden, während der Bund ein Ziel von 10 % bis 2030 vorgibt. Würden Sie es befürworten, dass der Kanton Freiburg mindestens 10 % des Waldes als Waldschutzgebiete ausscheidet?

Frage Nr. 11: Die kantonale Biodiversitätsstrategie sieht für die Jahre 2023-2028 im Jahresdurchschnitt rund 3,4 Millionen für die Förderung der Biodiversität vor. Sind Sie für eine Verdoppelung der für diese Strategie bereitgestellten Mittel?

Frage Nr. 12: Befürworten Sie, dass bedrohte Arten (z.B. Waldschnepfe, Steinbock usw.) im Kanton Freiburg gejagt werden dürfen?

Frage Nr. 13: Soll der Kanton Freiburg seinen Phytoplan verstärken (beispielsweise durch höhere finanzielle Anreize zur Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln oder durch verstärkte Kontrollen)?

Frage Nr. 14: aufgrund eines Übersetzungsfehlers gestrichen.

Frage Nr. 15: Befürworten Sie den Bau von Photovoltaikanlagen ausserhalb der Bauzonen (zum Beispiel in den Freiburger Voralpen)?

Frage Nr. 16: Befürworten Sie die Legalisierung neuer Mountainbike-Routen oberhalb von 1000 m ü. M., einem für zahlreiche Arten besonders empfindlichen Gebiet?

Frage Nr. 17: Der neue kantonale Klimaplan sieht für die Periode 2027–2031 einen Verpflichtungskredit von 31 Millionen Franken vor. Sind Sie der Meinung, dass die zunehmende Häufigkeit von Hitzewellen und Dürren eine massive Erhöhung dieses Betrags erfordert?

Frage Nr. 18: Sollte der Kanton Freiburg den Ausbau neuer Strasseninfrastrukturprojekte sofort stoppen (um seine Klimaverpflichtungen einzuhalten) und den Langsamverkehr sowie den öffentlichen Verkehr fördern?

Frage Nr. 19: Engagiert sich der Kanton Freiburg Ihrer Meinung nach genügend für den Schutz und die Erhaltung der Biotope von nationaler Bedeutung?

Frage Nr. 20: Soll der Kanton Freiburg die Biodiversität im Wald stärker fördern, beispielsweise durch die Unterstützung der Schaffung von Waldweihern oder durch die Aufwertung von Waldrändern?

Frage Nr. 21: Befürworten Sie die Renaturierung der Fliessgewässer des Kantons Freiburg, auch wenn sie einen Rückgang der Wasserkraftproduktion zur Folge hat?

Frage Nr. 22: Befürworten Sie, dass der Kanton Freiburg jährlich 1% seines BIP, also rund 200 Millionen Franken, für die Finanzierung der ökologischen Wandels einsetzt?