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60 ha Waldreservate zu unserem 60-jährigen Jubiläum

Pro Natura Freiburg feiert dieses Jahr sein 60-jähriges Bestehen und lädt Sie ein, an verschiedenen Veranstaltungen zum Thema Wald und Biodiversität teilzunehmen!

Besitzen Sie ein Waldstück, das Sie verkaufen oder teilweise oder ganz in ein Waldreservat umwandeln möchten? Melden Sie sich über das Kontaktformular. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

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Pro Natura Freiburg feiert dieses Jahr sein 60-jähriges Bestehen!

Aus diesem Anlass hat unsere Sektion beschlossen, den Wald und seine Biodiversität in den Fokus zu rücken. Ein Programm mit drei Schwerpunkten wurde zusammengestellt, um alle für die Bedeutung des Waldes als natürlicher Lebensraum zu sensibilisieren und um konkret etwas zu einer verbesserten Ökologie des Waldes beizutragen.

    Punkt 1: Erwerb von Wald

    In diesem Punkt hat sich unsere Sektion das Ziel gesetzt, 60 ha Waldreservate zu schaffen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, werden zwei Wege beschritten:
        1.    Wir versuchen, Waldflächen zu erwerben, um sie in Waldreservate umzuwandeln.
        2.    Wir stehen privaten und öffentlichen Waldbesitzer:innen beratend zur Seite, die sich durch einen 50-jährigen Dienstbarkeitsvertrag verpflichten, den Holzeinschlag einzustellen und die Biodiversität zu fördern.

    Besitzen Sie ein Waldstück, das Sie verkaufen oder teilweise oder ganz in ein Waldreservat umwandeln möchten? Melden Sie sich über das nebenstehende Kontaktformular (im grünen Kasten). Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

    Die Vergrösserung der Waldreservatsflächen ist mehr als notwendig. Der Bund und die Kantone wollen 10 % der nationalen Waldfläche unter Schutz stellen. Pro Natura Freiburg unterstützt diese Initiative, geht jedoch noch einen Schritt weiter: 20 % der Schweizer Waldfläche sollen der Natur zurückgegeben werden und frei von menschlichen Eingriffen sein.

    Mit über 80 km2 Waldreservaten auf nationaler Ebene geht Pro Natura mit gutem Beispiel voran. Nun ist Pro Natura Freiburg an der Reihe, sich für eine Ausweitung der Waldreservatsflächen auf kantonaler Ebene einzusetzen!

    Pro Natura Freiburg
    
Rue St-Pierre 10

    1700 Freiburg

    026 422 22 06
    @email



    Ein Waldreservat – was ist das genau?

    Hlozeinschlag Pro Natura Freiburg

    Der Schweizer Wald erfüllt zahlreiche Funktionen wie das Filtern der Luft, die Bindung von CO2 und die Produktion von Holz. Weiter ist der Wald ein Erholungsort und selbstverständlich ein primärer Lebensraum für Tiere und Pflanzen. 40 % aller Schweizer Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen) leben im Wald. In einem Waldreservat hat die Biodiversität Vorrang vor allen anderen Funktionen. Es gibt zwei Arten von Waldreservaten:

    • Naturwaldreservate: Es werden keinerlei Eingriffe vorgenommen. Der Wald folgt seiner natürlichen Dynamik.
    • Sonderwaldreservate: Traditionelle Bewirtschaftungsformen (Nieder- und Mittelwald, Wytweiden) werden fortgeführt, gezielte Massnahmen zur Erhaltung bedrohter Arten (bspw. für heliophile Arten, die viel Licht benötigen) werden umgesetzt.

    Waldreservate sind geschützte Flächen, deren Schutz durch einen Vertrag zwischen der Eigentümerin bzw. dem Eigentümer und dem Kanton für 50 Jahre (seltener 99 Jahre) garantiert ist. Die Umwandlung in ein Waldreservat erlaubt den Eigentümer:innen, Entschädigungen aufgrund des Einkommensverlustes zu erhalten, der mit der Reduzierung der Nutzung oder der Einstellung der Nutzung über 50 Jahre verbunden ist.

    Ein alternder und lebendiger Wald

    Totholz als wesentliches Element Pro Natura Freiburg

    Wenn der Wald seinem natürlichen und dynamischen Zyklus überlassen wird, weist er alle Entwicklungsphasen der Bäume auf, von der Pionierphase bis zur Zerfallsphase. Ein bewirtschafteter Wald kennt nur einen Teil dieser Entwicklung und sehr oft verhindert die Hochwaldbewirtschaftung (Fällen der Bäume nach etwa einem Drittel ihres Lebens), dass die Bäume ihre Alters- und Zersetzungsphase erreichen. Doch Totholz ist in all seinen Formen (stehend, liegend) ein unersetzlicher Lebensraum für eine beträchtliche Anzahl von Arten. So kann bspw. eine alte Eiche 300 bis 500 Arten beherbergen, darunter zahlreiche Käfer, Pilze und Vögel. Totholz bildet auch den Humus, ist für die Wasserregulierung im Waldboden notwendig und bietet einen für den natürlichen Kreislauf notwendigen Lichteinfall.

    Waldreservate zur Erhöhung der Biodiversität

    Natürliche Walddynamik Matthias Sorg

    Die Erhöhung des Totholzanteils und die Erhaltung von Altholzinseln bei der Bewirtschaftung ist entscheidend, um zu gewährleisten, dass das Ökosystem Wald seine Funktion als Lebensraum für die über 26 000 Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Flechten), die in den Schweizer Wäldern leben, erfüllen kann.

    Derzeit sind in bewirtschafteten Wäldern der Holzanteil und die Anzahl der Altholzinseln zu gering, um ein echtes Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen. Auch Pionierstadien sind häufig nicht vorhanden. Alte Bewirtschaftungsformen wie Nieder- und Mittelwald, die im Rahmen von Sonderwaldreservaten praktiziert werden, erlauben diese Entwicklungsphasen teilweise auszugleichen. Naturwaldreservate wiederum bieten durch den ungehinderten Entwicklungsprozess von der Keimung bis zur Zersetzung vielen Arten einen Lebensraum. Alle Entwicklungsstadien und damit auch alle ihre spezifischen Lebensräume sind in einem Naturwaldreservat gleichzeitig zu finden.

    Wälder und der Klimawandel

    Bäume und Klimawandel Pro Natura Freiburg

    Unsere Wälder müssen mit dem Klimawandel zurechtkommen, mit wärmeren Temperaturen und trockenerer Luft. Wenn die eine oder andere Baumart aufgrund von Klimaveränderungen verschwindet, ist es die Vielfalt der Baumarten, die in einem natürlichen Wald vorkommt, die dessen Fortbestand sichert. Eine monospezifische Wiederaufforstung hingegen schwächt das Ökosystem Wald angesichts steigender Temperaturen. Als dynamischer Naturraum erneuert sich der Wald nach grossen Ereignissen wie Bränden oder Erdrutschen von selbst. Wie bei diesen Extremfällen nutzt der Wald auch bei der globalen Erwärmung seine natürlichen Regenerationsfähigkeiten, ohne dass der Mensch eingreift.

    Punkt 2: geführte Exkursionen und Workshop zu Gartenschläfer & Co. als Botschafter des wilden Waldes

    • Auf den Spuren des Gartenschläfers im Vanil Noir, 28. August 2022
    • Auf der Suche nach Nestern von nachtaktiven Nagetieren, 10. September 2022
    • Entdeckungstag für Kinder über den Gartenschläfer, 20. Oktober 2022

    Punkt 3: öffentliche Rallye zur Entdeckung des Ökosystems Wald

    Unsere öffentlichen Veranstaltungen in Bildern

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